Die Kerngeschäftsfelder der Basalt-Actien-Gesellschaft, Linz/Rhein, sind der Abbau von Natursteinen und die Herstellung von Asphaltmischgut für die Bauindustrie. In rund 500 modernen Betriebsstätten werden mineralische Rohstoffe gewonnen, aufbereitet und verarbeitet. Die Basalt-Gruppe gehört damit zu den bedeutendsten Baustoffproduzenten von Natursteinen und Asphaltmischgut in Deutschland.
Die Geschäftsaktivitäten des Unternehmensverbundes erstrecken sich zudem auf den europäischen Raum mit Beteiligungsgesellschaften in den Niederlanden, in Polen, Schweden, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Russland sowie dem Baltikum. Die Basalt-Gruppe ist außerdem in den Bereichen Transportbeton und Kies sowie im Recycling von Sekundärrohstoffen und in der Deponierung von inertem Erdaushub tätig.
Stabile Ergebnisentwicklung trotz Konjunkturbelastung
Der Geschäftsbereich Natursteine vereint unter dem Dach der Basalt AG die Geschäftsfelder mineralische Rohstoffe und Asphaltmischgut. In eigenen Steinbrüchen werden Hartgesteinprodukte für den Straßen-, Hoch-, Tief-, Gleis- und Wasserwegebau hergestellt. Grundstoff dieser Produkte sind natürliche Gesteine, die sich aufgrund ihrer geologischen Entstehung und mineralogischen Zusammensetzung unterscheiden. Somit sind sie für verschiedene Nutzungsarten geeignet. Darüber hinaus ist das Hartgestein Rohstoff für Produkte des Geschäftsfeldes Asphaltmischgut. Neben den standardisierten Mischgutsorten zählt eine Reihe von Sonderasphalten zur Produktpalette, wie zum Beispiel Deponie- und Farbasphalte oder Asphalte mit besonders lärmmindernden Eigenschaften.
Die europäische Baukonjunktur hat sich nach Angabe des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie als Folge der Finanzkrise in den Absatzregionen des Geschäftsbereichs Natursteine deutlich abgekühlt. Während in den mittel- und osteuropäischen Auslandsmärkten die öffentlichen Baumaßnahmen fast zum Erliegen kamen, entwickelte sich der Inlandsmarkt für die Produkte des Geschäftsbereichs Natursteine relativ gut. Mit einem Umsatzrückgang von rund 4 % im deutschen Bauhauptgewerbe traf der Konjunktureinbruch die Baubranche weniger schwer als andere Wirtschaftszweige. Unterstützend wirkten die öffentlichen Konjunkturförderprogramme, die im Inland zu einem Auftragszuwachs im zweiten Halbjahr führten. Rückläufige Binnenkonjunktur, Währungsprobleme und kritische Haushaltssituationen haben dazu geführt, dass die Ausgaben im Bausektor vieler ausländischer Staaten, in denen der Geschäftsbereich aktiv ist, reduziert wurden. Der Baustoffabsatz wurde dadurch signifikant abgeschwächt.
Bereinigt um Effekte aus der Erstkonsolidierung und der Währungsumrechnung lag der Umsatz des Geschäftsbereichs Natursteine mit 1 373 Mio. € um rund 5 % über dem Vorjahr. Dabei stiegen die Inlandsumsätze um 4 %, wohingegen die Umsätze im Ausland währungsbereinigt um 6 % zurückgingen. Die Effekte aus der Währungskursumrechnung belasteten den Umsatz mit rund 22 Mio. €. Durch Erstkonsolidierung von vier Gesellschaften aufgrund von Überschreitung der Größenkriterien und den Verkauf einer Gesellschaft ergab sich ein Umsatzzuwachs von 3 Mio. €.
Die Konjunkturfördermaßnahmen führten vor allem bei Asphaltmischgut im Inland zu einem Absatzzuwachs. Da im Zuge der Konjunkturmaßnahmen vorwiegend Oberflächensanierungen von Fahrbahndecken durchgeführt wurden, konnte der Rohmaterialabsatz nicht in gleichem Maße von diesen Maßnahmen profitieren und ging gegenüber dem Vorjahr zurück. Während 2008 unerwartete Kostenanstiege bei rohölbasierten Einsatzstoffen das Ergebnis vor allem im Bereich Mischgut belastete, konnten im Berichtsjahr die Absatzpreise an die Kostensituation angenähert werden.
Erfreulicherweise erreichten bzw. Übertrafen die Auslandsmärkte Polen und Tschechien das Versandvolumen des Vorjahres wieder. In Russland, Ungarn, Schweden und dem Baltikum hingegen waren deutliche Absatzrückgänge zu verzeichnen, da dort die Wirtschaftskrise die Bauindustrie besonders belastete. Insgesamt blieb der Ergebnisbeitrag der Auslandsgesellschaften positiv, wenngleich – auch währungsbedingt – hinter den Erwartungen zurück. Im Gesamtergebnis des Geschäftsbereichs wurden somit die Mengenrückgänge von Rohmaterial im In- und Ausland durch Mehrabsatz von Asphaltmischgut im Inland, notwendigen Preisanpassungen und Kosteneinsparungen kompensiert.
Als Konsequenz der gedämpften Konjunkturerwartungen hat der Geschäftsbereich Natursteine seine Investitionen im Geschäftsjahr reduziert und auf Ersatzbeschaffungen und strategische Erweiterungsprojekte konzentriert. Dazu gehörten unter anderem der Neuaufschluss eines weiteren Gesteinsvorkommens sowie der Bau der dafür notwendigen Infrastruktur in Russland. Mit gezielten Investitionen in die Anlagentechnik hat der Geschäftsbereich Natursteine in den vergangenen Jahren kontinuierlich an vielen Standorten die Verwendung von Ausbauasphalt sowie den Energiemix bei der Asphaltproduktion optimiert. Im Bereich der Verwaltung konnten durch organisatorische Veränderungen die Administrationskosten gesenkt und die Effizienz erhöht werden. Insgesamt hat der Geschäftsbereich ein gutes Ergebnis erwirtschaftet, das über dem des Vorjahres lag.
Für 2010 rechnet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mit einem Umsatzrückgang von rund 1,5 % im Inland. Für den öffentlichen Bau wird im Inland dank der Konjunkturpakete ein Umsatzplus von 8 % erwartet. Die Impulse der Konjunkturprogramme speziell für den Tief- und Straßenbau werden allerdings im Jahresverlauf abflachen. Zusätzlich werden die rückläufigen Steuereinnahmen besonders bei Kommunen und Ländern eine Dämpfung der Ausgaben im Infrastrukturbau bewirken. Vieles hängt nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme vom Anspringen der Konjunktur ab. Wachstumspotenziale bestehen für den Geschäftsbereich Natursteine weiterhin in den mittel- und osteuropäischen Ländern. Hier gibt es nach wie vor Nachholbedarf in der Infrastruktur. Da die Auslandsmärkte durch die Wirtschaftskrise ungleich stärker betroffen sind als das Inland, wird die Erholungsphase dort allerdings länger andauern. Dennoch bleiben die Ergebnisperspektiven des Geschäftsbereichs Natursteine gut.