Werhahn Mühlen GmbH & Co. KG

 

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Geschäftsbereich Back-Produkte - Kurzporträt

Der Geschäftsbereich Back-Produkte gliedert sich in drei Sparten: Industrie- und Bäckermehle, Back-Convenience und Endverbraucher-Markenprodukte.


In der Sparte Industrie- und Bäckermehle sind acht Mühlenbetriebe in vier Unternehmen zusammengefasst, die mit einer Vermahlung von ca. 1,1 Mio. t Getreide zweitgrößter Anbieter von Mahlerzeugnissen in Deutschland sind. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die Führung des Werhahn-Mühlennetzwerkes als vorbildliche Lebensmittelbetriebe und ihre Ausrichtung zu höchster Kundenorientierung und wirtschaftlicher Effizienz.  


Die Sparte Back-Convenience-Produkte produziert und vertreibt Markenprodukte, die zur professionellen Herstellung von Backwaren eingesetzt werden. Die Spezialprodukte aus den Bereichen Backmittel, Backmischungen, Füllungen und Auflagen werden europaweit von insgesamt 11 Gesellschaften an gewerbliche Bäcker, Konditoren und industrielle Großkunden vertrieben. Die nationalen Marken Diamant (Österreich), Gb Plange (Europa) und Plange (Deutschland) haben sich mit erstklassiger Produktqualität, marktorientierten Sortimenten, kreativen Gebäckideen und fachlicher Beratungskompetenz im Markt etabliert. Die Erschließung der osteuropäischen Nachbarmärkte sowie gezielte Akquisitionen, die bestimmte Segmente stärken, sind wesentliche Elemente der Spartenstrategie. Die verstärkte Ausrichtung des Leistungsprogramms an den Bedürfnissen großer Bäckereien und industrieller Hersteller unterstützt vor allem die nationale Marktdurchdringung und wird den Erfolgskurs weiter fortführen.  


Bei Endverbraucher-Markenprodukten stehen Mehle und Backmischungen etc. im Focus. Die beiden Marken Diamant® und Goldpuder® besetzen mit Innovationen und Qualitätsdifferenzierungen eine starke Position gegenüber Handelsmarken.

Aktuelles aus dem Geschäftsjahr 2008

Stabiles Geschäft trotz schwankender Preise

Das wirtschaftliche Umfeld des Unternehmensbereichs Back-Produkte war im Geschäftsjahr 2008 von einem verlangsamten, aber ungebrochenen Trend zur Konzentration auf Anbieter- und Nachfragerseite geprägt. Die Zahl der Handwerksbäcker ging zurück, die der Filialbetriebe hingegen wuchs. Bei den Industriebackbetrieben setzte sich die Konzentration weiter fort. Die im Jahresverlauf mit sehr hohen Schwankungsbreiten versehenen, im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren durchschnittlichen Getreide- und sonstigen Rohstoffpreise wirkten sich über Preisanpassungen erhöhend auf die Umsätze im Mehl- und Backmittelgeschäft aus. Der Umsatz stieg im Wesentlichen hieraus um 23 % auf 487 Mio. €. Der Auslandsanteil belief sich auf 31 %.

Trotz der starken Preisschwankungen kam es zu keinen nennenswerten Änderungen der Ertragslage, da sich Getreide- und Mehlpreise weitgehend gleichförmig entwickelten. Das operative Ergebnis lag leicht unter Vorjahr.

Mit der Weiterführung der margenorientierten Verkaufsstrategie, der Verfeinerung des Risikopositionsmanagements sowie detaillierten Kostensenkungsmaßnahmen stellte sich der Unternehmensbereich Back-Produkte mit seinen drei Sparten Industrie- und Bäckermehle, Back-Convenience und Endverbraucher-Marke auf diese Rahmenbedingungen ein.

Der Investitionsschwerpunkt lag auf Maßnahmen für effizientere Produktionsabläufe und verbesserte Kostenstrukturen.

Die Sparte Industrie- und Bäckermehle verarbeitet Weichweizen, Roggen und Durum (Hartweizen) zu Qualitätsmehlen, -grießen und -schroten. Zu den Kunden zählen Handwerksbäcker, Filialbackbetriebe, kleinere Industriebackbetriebe sowie industrielle Großkunden der Back- und Teigwarenindustrie. Absatzmärkte sind Deutschland und die Benelux-Länder. Auch die Erschließung osteuropäischer Märkte ist Teil der Strategie. Ein wichtiges, wachstumsorientiertes Projekt für die Sparte Industrie- und Bäckermehle ist der Neubau einer Mühle für die Barilla Wasa Deutschland GmbH in Celle, mit der der dortige Produktionsstandort von Barilla Wasa langfristig mit hochwertigen Spezialmehlen versorgt wird. Ein weiteres Projekt war der Erwerb der Beteiligung an der Mühle Mlyn Julia bei Stettin in Polen. Die Sparte Industrie- und Bäckermehle verzeichnete trotz eines leicht erhöhten Exportvolumens und einer dynamischen Umsatzentwicklung einen leichten Ergebnisrückgang gegenüber dem Vorjahr.

Die Sparte Back-Convenience produziert und vertreibt kundenindividuelle Spezialprodukte in den Bereichen Feingebäck, Backmischungen, Dekore und Füllungen. Sie beliefert gewerbliche Bäcker, Konditoren und industrielle Großkunden. Die Sparte ist in den vergangenen Jahren zu einem führenden Anbieter von Back-Convenience-Produkten in West- und Südeuropa aufgestiegen. Der Gesamtmarkt war 2008 bei zunehmendem Wettbewerb in den europäischen Hauptmärkten von einer Stagnation geprägt. Dieser Entwicklung wurde mit einer Konzentration auf Großkunden begegnet, die ihrerseits im Markt wachsen. Auch die Sparte Back-Convenience war von Preissteigerungen an den Rohstoffmärkten betroffen, die jedoch nicht in voller Höhe weitergegeben werden konnten. Als Folge blieb der operative Ergebnisbeitrag insgesamt unter dem Vorjahresniveau.

Die Sparte Endverbraucher-Marke konnte als einer der führenden Anbieter von Markenmehlen für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland ein leichtes Umsatzwachstum im Bereich Haushaltsmehle verzeichnen. Der Absatz der Marken Diamant und Goldpuder lag bedingt durch das weitere Wachstum der Discount-Handelsmarken leicht unter dem des Vorjahres. Dank Kostensenkungsmaßnahmen, vor allem im Zusammenhang mit Sortimentsbereinigungen, verbesserte die Sparte jedoch das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich.

Im Februar 2008 hat das Bundeskartellamt bundesweit bei verschiedenen Mühlenunternehmen Durchsuchungen wegen des Verdachts von Preisabstimmungen und anderen kartellrechtlich relevanten Verhaltensweisen durchgeführt. Von dieser Untersuchung war auch der Unternehmensbereich Back-Produkte betroffen. Das Verfahren ist zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung noch nicht abgeschlossen.

Im Unternehmensbereich Back-Produkte wird für das Jahr 2009 mit einem konstanten Absatzvolumen, aber auch einem fortgesetzten Margendruck gerechnet. Im Vordergrund stehen daher Maßnahmen zur Stabilisierung des Ergebnisniveaus, wie die Absicherung gegen die weiterhin volatilen Getreidemärkte. Hier steht nunmehr ein verfeinertes Risikopositionsmanagement zur Verfügung. Das Steuerungsinstrument stellt die Getreidebedarfe den jeweiligen Mehlverkäufen gegenüber – tagesaktuell, an allen Standorten, für alle Termine und Qualitäten. Insgesamt erwartet der Unternehmensbereich Back-Produkte für 2009 ein operatives Ergebnis auf dem Niveau des Berichtsjahres.