Geschäftsbereich Natursteine - Kurzporträt
Die Kerngeschäftsfelder der Basalt-Actien-Gesellschaft, Linz/Rhein, sind der Abbau von Natursteinen und die Herstellung von Asphaltmischgut für die Bauindustrie. In rund 500 modernen Betriebsstätten werden mineralische Rohstoffe gewonnen, aufbereitet und verarbeitet. Die Basalt-Gruppe gehört damit zu den bedeutendsten Baustoffproduzenten von Natursteinen und Asphaltmischgut in Deutschland.
Die Geschäftsaktivitäten des Unternehmensverbundes erstrecken sich zudem auf den europäischen Raum mit Beteiligungsgesellschaften in den Niederlanden, in Polen, Schweden, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Russland sowie dem Baltikum. Die Basalt-Gruppe ist außerdem in den Bereichen Transportbeton und Kies sowie im Recycling von Sekundärrohstoffen und in der Deponierung von inertem Erdaushub tätig.
Aktuelles aus dem Geschäftsjahr 2010
Rückläufiger Absatz und steigende Rohstoffpreise belasten das Ergebnis
Der Geschäftsbereich Natursteine umfasst unter dem Dach der Basalt-Actien-Gesellschaft die Geschäftsfelder mineralische Rohstoffe und Asphaltmischgut. Die Gesellschaft zählt in Deutschland zu den größten Unternehmen der Branche. Zu den Tätigkeiten der Unternehmen im Geschäftsbereich gehören die Gewinnung, Aufbereitung und Vermarktung von Hartgestein aus eigenen Steinbrüchen sowie die Produktion und Vermarktung von bituminösem Mischgut. Eingesetzt werden diese Produkte überwiegend im Straßen-, Hoch-, Tief-, Gleis- und Wasserwegebau. Zudem werden bitumenbasierte Bauhilfsstoffe produziert und inerte Baureststoffe deponiert.
Die leichte konjunkturelle Erholung des europäischen Straßen- und Tiefbaus hat sich im vergangenen Jahr langsamer fortgesetzt als erwartet. Zu den Ursachen zählten klimatisch ungünstige Bedingungen mit langen Winterperioden zu Jahresbeginn und zu Jahresende und mit extremen Naturereignissen wie der Flut in Polen. Zudem schwächten anhaltende Finanzierungsprobleme der öffentlichen Auftraggeber die Nachfrage ab. In Deutschland belasteten rückläufige Steuereinnahmen und Haushaltseinsparungen bei öffentlichen Auftraggebern die Auftragsvergabe im Verkehrswegebau. Die allgemeine konjunkturelle Verbesserung in der zweiten Hälfte des Jahres war in erster Linie exportgetrieben. Daher blieb sie für die öffentliche Bautätigkeit in Deutschland ohne Wirkung. Die Konjunkturprogramme des Vorjahres erbrachten nach dem Wegfall des „Zusätzlichkeitskriteriums“ – anders als erwartet – keine Impulse im Geschäftsjahr mehr. Durch die unerwartete Streichung des „Zusätzlichkeitskriteriums“ am Anfang des Jahres wurden zur Konjunkturbelebung vorgesehene zusätzliche Mittel zur Kompensation von aktuellen Haushaltsdefiziten der Länder und Kommunen eingesetzt.
Nach Angaben des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie ging der Auftragseingang im gesamten Bauhauptgewerbe um 1 % zurück. Im öffentlichen Bau, dem wichtigsten Absatzmarkt des Geschäftsbereichs Natursteine, blieb der Umsatz sogar 3 % hinter Vorjahr. Besonders der Straßenbau verzeichnete eine um 10 % niedrigere Auftragsvergabe. Somit koppelte sich die Baubranche von der Erholung der Binnenkonjunktur ab.
Die geringe Auftragsvergabe im öffentlichen Bau in Verbindung mit den schlechten Witterungsbedingungen führte zur Unterbeschäftigung bei vielen Straßenbauunternehmen und in der Folge zu verschärften Wettbewerbsbedingungen. In der Konsequenz gerieten die Absatzpreise für die Produkte des Geschäftsbereichs unter Druck.
In den Auslandsmärkten Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Schweden, Russland und Ukraine, in denen der Geschäftsbereich aktiv ist, hinterließ die Finanzkrise noch stärkere Spuren als in Deutschland. Anhaltende Finanzierungsprobleme erlaubten den öffentlichen Haushalten nur eine geringe Investitionstätigkeit. Besondere politische Umstände in Polen, Ungarn und Tschechien verzögerten die Ausschreibungstätigkeiten. Lediglich Russland und die Ukraine zeigten eine Tendenz zur Erholung.
Der Umsatz des Geschäftsbereichs Natursteine sank bereinigt um Effekte aus der Erstkonsolidierung und Währungsumrechnung um rund 12 % gegenüber dem hohen Vorjahresniveau auf 1 202 Mio. €. Im Inland gingen die Umsätze bereinigt um Veränderungen des Konsolidierungskreises um 13 % zurück, im Ausland blieben sie währungsbereinigt auf Vorjahresniveau. Effekte aus der Währungskursumrechnung begünstigten den Umsatz um rund 8 Mio. €. Die Veränderung des Konsolidierungskreises bewirkte einen Umsatzzuwachs in Höhe von 1 Mio. €. Bezogen auf das Geschäftsfeld mineralische Rohstoffe ging der Inlandsabsatz um 9 % zurück. Demgegenüber stand ein Wachstum des Auslandsabsatzes um rund 6 %. Dies ist auf die leichte Erholung in Russland und den erstmals ganzjährigen Betrieb der Gesellschaft in der Ukraine zurückzuführen. Das Geschäftsfeld Asphaltmischgut verzeichnete einen Absatzrückgang im Inland in Höhe von 19 %. Bedingt durch Absatzrückgänge, verstärkten Wettbewerbsdruck und unerwartete Kostensteigerungen wichtiger Einsatzstoffe blieb das operative Ergebnis deutlich hinter dem des Vorjahres zurück. Durch Einsparungen im Bereich der Personalkosten und Sonstigen betrieblichen Aufwendungen konnte der Geschäftsbereich die Ergebnisbelastung begrenzen. Das Ergebnis wurde darüber hinaus durch die Korrektur einer in den Vorjahren zu hoch vorgenommenen Abschreibung aus Kapitalkonsolidierung begünstigt.
In Anbetracht der zurückhaltenden Konjunkturerwartungen im Baugewerbe hat der Geschäftsbereich rechtzeitig Maßnahmen ergriffen. So passte er seine Investitionen der Geschäftslage an, indem er sich auf notwendige Ersatzinvestitionen und einige Großmaßnahmen zur kontinuierlichen Erneuerung der Kapazitäten beschränkte.
Trotz der konjunkturellen Erholung in Deutschland und weiteren westlichen Ländern wird eine gedämpfte Nachfrage nach Bauzuschlagstoffen, wie mineralischen Rohstoffen und Asphaltmischgut, auch für das Jahr 2011 prognostiziert. Als Folge stark belasteter Kassen werden die öffentlichen Haushalte ihre Ausgaben weiterhin restriktiv handhaben. Daher erwartet der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie für 2011 einen Rückgang der Umsätze im öffentlichen Bau um 4,5 % und einen weiteren Rückgang auch bei der Nachfrage nach Baustoffen. Eine Verbesserung der Binnenkonjunktur und damit verbundene Steuermehreinnahmen könnten positive Signale setzen. Wachstumspotenziale sieht der Geschäftsbereich Natursteine weiterhin in den mittel- und osteuropäischen Ländern, die einen hohen Nachholbedarf in der Infrastruktur aufweisen. Von Sonderereignissen, wie der Fußball- Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine und den Olympischen Winterspielen 2014 in Russland, erwartet der Geschäftsbereich positive Impulse. Insgesamt rechnet er daher mit einer positiveren Umsatz- und Ergebnisentwicklung.

